Der Medizinball – Ein Klassiker unter den Trainingsmitteln

Der Medizinball ist ein alternatives Trainingsmittel, wenn kein teures Equipment zur Verfügung steht. Als „Medizinball“ werden Leder-, Kunstleder- oder Kunststoffbälle bezeichnet, die aufgrund einer Füllung deutlich schwerer als Bälle in Spielsportarten oder Gymnastikbälle sind. Das Training mit dem Medizinball kann sowohl zur Mobilisation im Rahmen eines funktionellen Aufwärmprogramms als auch zur gezielten funktionellen Kräftigung eingesetzt werden.

Trainingsalternative: Medizinball

Training mit dem Medizinball als kostengünstige Alternative

Der Medizinball weist keine außergewöhnlichen biomechanischen Besonderheiten auf. Typisch für das Medizinballtraining sind Wurfübungen. Das Kernprinzip besteht hier darin, die in den unteren Extremitäten und in der Rumpfmuskulatur erzeugte und über den Schultergürtel mit den oberen Extremitäten weitergeleitete Kraft auf den Medizinball zu übertragen, so dass dieser explosiv und maximal schnell abgeworfen wird. Daraus lässt sich ableiten, dass beim Medizinballtraining eine hohe Beanspruchung auf die Rumpfmuskulatur entsteht.

Obgleich das Training mit dem Medizinball eine schon lange bekannte Trainingsform darstellt, existieren nur wenige wissenschaftliche Befunde zur Effektivität auf die sportliche Leistungsfähigkeit. Szymanski et al. (2007) konnten eine Verbesserung der sportartspezifischen Kraftleistungen bei jugendlichen Baseballspielern durch ein spezifisches 12 Wochen dauerndes Medizinballtraining nachweisen. Newton und McEwoy (1994) konnten durch ein Medizinballtraining eine Verbesserung der Wurfgeschwindigkeit bei Baseballspielern feststellen. Ignjatovic et al. (2012) belegten durch ein 12-wöchiges spezifisches Medizinballtraining mit Handballerinnen eine Verbesserung der Wurfkraft.

Wie bei einem gerätegestützten Krafttraining spielt auch beim Medizinballtraining die Intensitätssteuerung, sprich die Wahl des Medizinballgewichts, eine entscheidende Rolle. Das Kernprinzip des Medizinballtrainings besteht in der explosiven Beschleunigung des Balls. Dementsprechend ist die Last des Medizinballs bei Wurfübungen nur so hoch zu wählen, dass eine explosive ausgeführte Abwurfbewegung, trotzt des Ballgewichts, erhalten bleibt. Wird die Last, d. h. das Gewicht des Medizinballs, zu schwer gewählt, kann das eigentliche Trainingsziel dieser Trainingsform darunter leiden.

Neben Schwungübungen mit dem Medizinball, die primär zur Mobilisation dienen und den explosiven Wurfübungen kann der Medizinball auch das Training mit dem eigenen Körpergewicht unterstützen. So können z. B. verschiedene Liegestützvarianten auf dem Medizinball ausgeführt werden (beidhändiger Liegestütz auf einem Medizinball mit enger Armhaltung, Liegestütz beidhändig mit weiter Armhaltung und einem Medizinball unter nur einer Hand oder unter beiden Händen etc.). Alles in Allem ist der Medizinball ein vielseitig einsetzbares und gleichzeitig kostengünstiges Trainingsinstrument, welches sehr gut in ein funktionelles Training integrierbar ist.

Training mit Medizinball als Bestandteil zur BSA-Qualifikation zum „Athletiktrainer“
Das Training mit dem Medizinball inkl. Belastungssteuerung und Übungsbeispiele ist Bestandteil der BSA-Qualifikation zum „Athletiktrainer/in“. Die Teilnehmer entwickeln Trainingspläne zum funktionellen Training der athletischen Fähigkeiten von Sportlern oder Kunden mit körperlich stark belastenden Berufen. Dabei wählen sie zielgruppenspezifisch funktionelle Übungen und Trainingsformen zur gezielten Leistungssteigerung aus.

Weitere Informationen:
"Athletiktrainer/in"