Wie bist du ursprünglich zum Bodybuilding gekommen?
„Angefangen hat alles im Alter von 13 Jahren. Damals gestartet als klassische Cardio-Maus mit unendlich vielen Home-Workout-Videos. Ich war damals ein sehr unsicheres junges Mädchen, welches sehr mit seinem eigenen Körperbild zu kämpfen hatte.
Ich bin und war schon immer relativ groß und vom Körperbau nie zierlich gewesen, umso mehr spürte ich damals den Druck von außen, mich anzupassen und ‚kleinzumachen‘. Gepaart mit einer Essstörung war das Training damals für mich das Mittel zum Zweck, unbedingt schlanker und zierlicher zu werden und somit in ein bestimmtes Schönheitsideal zu passen. Ich habe angefangen zu trainieren, um gegen meinen Körper zu arbeiten.“
Mit der Zeit änderte sich jedoch ihre Perspektive auf den Sport grundlegend.
„Mit 14/15 Jahren hat mich mein Dad mit ins Fitnessstudio genommen und da hat es mich ab der ersten Sekunde begeistert. Krafttraining, mit dem Ziel, Muskeln aufzubauen, hat mir aus der misslichen Ausgangslage wieder einen Grund gegeben, Stück für Stück mehr zu essen, immerhin brauchte ich ja Nährstoffe für den Muskelaufbau.“
Aus ersten Trainingserfolgen entwickelte sich schnell eine echte Leidenschaft für Training, Ernährung und die Arbeit mit dem eigenen Körper. Heute verbindet Lea Oberfichtner Bodybuilding vor allem mit persönlichem Wachstum.
„Ich arbeite mit meinem Körper zusammen an meinem eigenen Ideal, unabhängig von gesellschaftlichen Schönheitsnormen. Ich verwirkliche mich selbst, ich wachse körperlich und mental. Das ist für mich Bodybuilding.“
Warum hast du dich für ein duales Studium an der DHfPG entschieden?
Direkt nach dem Abitur entschied sich Lea Oberfichtner für den dualen Bachelor-Studiengang Fitnesstraining an der DHfPG. Besonders die Verbindung aus Theorie und Praxis überzeugte sie.
„Mein Traum war es, beruflich diese Faszination am Sport und Bewegung an Menschen weiterzugeben. Ich wollte nicht erst Jahre in Vorlesungssälen verbringen, bis ich dann endlich auch Erfahrungen in der Praxis sammeln kann.“
Vor allem die direkte Anwendbarkeit der Studieninhalte schätzt sie bis heute. Trainingswissenschaft, Ernährungslehre oder der Umgang mit unterschiedlichen Zielgruppen – vieles davon setzt sie täglich im Studio ein.
„Man erlernt viel theoretisches Wissen, gepaart mit Tipps für die Praxis, welche man direkt im Ausbildungsbetrieb anwenden kann.“
Auch persönlich habe sie sich durch das duale Studium weiterentwickelt.
„Durch das Fernstudium habe ich gelernt, mich selbst besser zu organisieren. Ich habe gelernt, meine Zeit gut einzuteilen und gleichzeitig flexibler zu werden.“
Welche Rolle spielt Bodybuilding heute in deinem Leben?
Heute verfolgt Lea Oberfichtner ambitionierte sportliche Ziele. 2024 startete sie erstmals bei Meisterschaften des DBFV e. V. und konnte direkt Top-Platzierungen erreichen. Trotzdem steht für sie nicht allein der Wettkampfgedanke im Vordergrund.
„Bodybuilding ist ein Prozess, der nicht irgendwann einfach ‚fertig‘ ist. Mit jeder Diät und jedem Aufbau lerne ich Neues über mich selbst.“
Die Erfahrungen aus dem Sport helfen ihr auch im Berufsalltag als Trainerin.
„Der Wille zur Weiterentwicklung und nicht stehen zu bleiben, treibt mich auch im Job an.“
Besonders wichtig ist ihr dabei die Arbeit mit Menschen.
„Ich möchte Menschen motivieren, stärken und antreiben, ihre Ziele und persönlichen Ideale zu verwirklichen – fernab von gesellschaftlichen Erwartungen.“
Was möchtest du angehenden Studierenden mitgeben?
„Glaubt an eure Leidenschaft und bleibt stets wissbegierig – während und auch nach dem Studium. Man lernt nie aus.“


