Geschmack im Wasser — die gesunde Alternative?

Viele Menschen haben den Vorsatz, mehr Wasser trinken. Die einen möchten ihre Flüssigkeitszufuhr im Gesamten erhöhen, die anderen möchten z. B. Softdrinks oder einige Tassen Kaffee durch Wasser ersetzen. Doch oftmals wird mit dem neutralen Geschmack des Wassers gehadert. Ein bisschen kalorienfreier Geschmack wäre da ganz praktisch, oder?

 

Eine Möglichkeit bieten hier Brausetabletten. Diese enthalten etwa natürliche Extrakte aus Kräutern oder Früchten, aber oftmals auch Süßstoffe, Säuerungsmittel und Säureregulatoren. Bei genauerem Hinsehen enthält die Zutatenliste beispielsweise Zitronensäure, Kalium-/Kalzium- und/oder Magnesiumcarbonat. Diese haben die Aufgabe den pH-Wert abzusenken, um einen sauren, erfrischenden Geschmack zu erzielen. Diese Lebensmittelzusatzstoffe sind manchmal auch als E-Nummer deklariert. Zu finden ist dann beispielsweise E330 (=Zitronensäure), E332 (=Kaliumcitrat) oder E338 (=Phosphorsäure). Können solche Zusatzstoffe die Gesundheit beeinträchtigen?

Bei einem gesunden Körper wird der Säure-Basen-Haushalt durch mehrere Puffersysteme innerhalb enger Grenzen reguliert. Nur unter bestimmten Bedingungen kann es zu einem Absinken des pH-Wertes im Blut kommen, was als metabolische Azidose bezeichnet wird. Mit metabolischen Azidosen gehen Veränderungen im Stoffwechsel einher, die einzeln oder in Kombination zu einer negativen Kalziumbilanz führen und Osteoporose fördern können. So kann die Kalziumausscheidung über den Urin und die Kalziumfreisetzung aus dem Knochen erhöht sein (Bushinsky & Krieger, 2022).

Des Weiteren werden seit vielen Jahren sogenannte latente Azidosen als ein wesentlicher Risikofaktor für Knochenmineralverluste und Osteoporose diskutiert. Sie sollen durch eine langfristig säureüberschüssige Ernährung entstehen bzw. begünstigt und unterhalten werden. Zur Pufferung der nahrungsbedingten Säurelast, so die Hypothese, wird Kalzium aus den Knochen herausgelöst, mit dem Risiko, dass langfristig die Knochenmasse bis zur Osteoporose abnimmt (Frassetto, Morris, Sellmeyer, Todd & Sebastian, 2001). In einem Review aus dem Jahr 2018 wurde diese Hypothese beleuchtet. Es hat sich herausgestellt, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Säuren die Säurelast des Körpers tatsächlich erhöht. Solange die Nierenfunktion mit ihrer Säureausscheidungsfähigkeit intakt ist, spielt die Ernährung jedoch womöglich eine relativ untergeordnete Rolle hinsichtlich der Veränderung der Knochenmineralisierung. Alter, Geschlecht, Gewicht und körperliche Betätigung sind möglicherweise die quantitativ wichtigeren Faktoren (Frassetto, Banerjee, Powe & Sebastian, 2018).

Hinsichtlich der Zahngesundheit sollte bedacht werden, dass Säuerungsmittel wie Zitronensäure den Zahnschmelz angreifen und somit das Risiko für Karies erhöhen können, insbesondere, wenn sie regelmäßig konsumiert werden.

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Quellen:

Bushinsky D.A. & Krieger, N.S. (2022). Effects of acid on bone. Kidney International, 101(6), 1160-1170. DOI: 10.1016/j.kint.2022.02.032

Frassetto, L., Banerjee, T., Powe, N. & Sebastian, A. (2018). Acid Balance, Dietary Acid Load, and Bone Effects-A Controversial Subject. Nutrients, 10 (4). doi.org/10.3390/nu10040517

Frassetto, L., Morris, R.C., Sellmeyer, D.E., Todd, K. & Sebastian, A. (2001). Diet, evolution and aging--the pathophysiologic effects of the post-agricultural inversion of the potassium-to-sodium and base-to-chloride ratios in the human diet. European Journal of Nutrition, 40(5), 200-213. DOI: 10.1007/s394-001-8347-4