„Als Laie versteht man unter BGM oft nur die schönen Benefits, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zur Verfügung stellt oder stellen sollte“, so Andrea Mürnseer.
Gesundheitsmanagement im Unternehmen: Von Benefits zur Strategie
Viele verbinden BGM zunächst mit Einzelaktionen oder Zusatzleistungen. Doch in der Praxis geht es um deutlich mehr: um Prozesse, Analyse, Zielgruppen, Wirksamkeit und nachhaltige Verbesserungen.
„Durch meine Weiterbildung an der BSA wurde mir die strategische Arbeit erst so richtig klar – und vor allem die Auswirkungen entsprechender Maßnahmen.“
Maßnahmen für körperliche und mentale Gesundheit in der Bank
Der Einstieg in das Betriebliche Gesundheitsmanagement erfolgte in der Bank datenbasiert: mit einer anonymen Online-Gesundheitsbefragung und einer psychischen Gefährdungsbeurteilung. Auf Grundlage der Ergebnisse wurden konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.
Beispiele aus der Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg:
- Anonyme Online-Gesundheitsbefragung / psychische Gefährdungsbeurteilung als Startpunkt
- Ausbildung von Ergonomiecoaches:
- Begleitung bei jeder Neueinstellung
- zweimal jährlich Arbeitsplatz-Checks und gemeinsame Lösungen
- Seminar „Selbstorganisation & Zeitmanagement“ (1,5 Tage) für alle Mitarbeitenden
- Führungskräftetraining als Vorbereitung auf das Thema
- Gesundheitsvorsorge-Angebote (z. B. Hautscreening)
- Aktionen im Rahmen eines Gesundheitstags im Haus
Hoher Krankenstand in kleinen Teams: So gelingt der Umgang
In kleinen Betrieben wirken sich Fehlzeiten schneller und stärker aus. Gleichzeitig kann die Teamstruktur auch ein Vorteil sein, weil Zusammenhalt und Verantwortungsgefühl oft ausgeprägter sind.
„Durch unsere persönliche und fast auch familiäre Struktur im Haus ist die Hemmschwelle größer als in einem großen Konzern, da bei uns der direkte Kollege alles auffangen muss.“
Auch das Gespräch spielt eine Rolle: Der Krankenstand wird unter anderem in jährlichen Mitarbeiterjahresgesprächen thematisiert. Auffällig ist, dass in der Bank Auszubildende besonders häufig betroffen sind.
„Den höchsten Krankenstand haben bei uns tatsächlich die Azubis – nach der Übernahme in eine Festanstellung bessert sich das deutlich.“
Erfolgsfaktor Führung: Den Vorstand für BGM gewinnen
Ein wirksames Betriebliches Gesundheitsmanagement braucht Rückhalt von oben – das gilt in kleinen Unternehmen ebenso wie in großen.
„Die größte Herausforderung ist, den Vorstand mit ins Boot zu bringen und von der Notwendigkeit zu überzeugen. Wenn dann die positiven Rückmeldungen aus dem Kollegenkreis nach den erfolgten Maßnahmen an den Vorstand herangetragen werden, läuft es leichter.“
Weiterbildung an der BSA: Konkreter Nutzen für die Umsetzung in der Praxis
Die Weiterbildung war für die praktische Umsetzung ein zentraler Baustein, vor allem, um BGM strategisch aufzubauen und intern gut zu argumentieren.
„Ohne die Weiterbildung wäre mir die strategische Ausrichtung nie bewusst gewesen.“
Zusätzlich hilfreich: externe Unterstützung bei der Finanzierung.
„Ein weiterer hilfreicher Punkt war bei uns im Haus, dass wir eine zweijährige Vereinbarung mit der R+V BKK abgeschlossen haben, die viele unserer Maßnahmen finanziell unterstützt hat.“
Fazit: Betriebliches Gesundheitsmanagement lohnt sich – besonders für kleine Betriebe
BGM ist keine Frage der Unternehmensgröße. Gerade kleine Teams profitieren von einem strukturierten Vorgehen, weil Maßnahmen schnell spürbare Effekte auf Zusammenarbeit, Arbeitsfähigkeit und Zufriedenheit haben können. Das Beispiel der Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg zeigt: Mit Analyse, passenden Maßnahmen und strategischem Know-how lässt sich Gesundheit im Unternehmen nachhaltig stärken.
Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK)


