Krankenkasse stellt Anstieg von Essstörungen fest

Die IKK Südwest verzeichnet insbesondere bei den Krankheitsbildern Bulimie und Binge-Eating-Störung alarmierende Steigerungen – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Auch die Fallzahlen der daraus resultierenden ärztlichen Behandlungen habe sich deutlich erhöht.

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Der Bedarf an qualifiziertem Personal im Ernährungsbereich wächst

Immer mehr Menschen müssen aufgrund von gestörtem Essverhalten ärztlich versorgt werden. Das stellt die IKK Südwest für ihr Verbreitungsgebiet Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland fest. Seit 2010 hat sich die Fallzahl von Essstörungen insgesamt um 15 % erhöht. Die größten Anteile daran haben die Erkrankungen Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und Binge-Eating-Störung (Fress-Attacken). Genauere Beschreibungen zu den verschiedenen Krankheitsbildern findenAlarmierend ist der Anstieg bei Kindern, hier hat die IKK Südwest ein deutliches Plus bei den Diagnosen Bulimie (+33%) und Binge-Eating-Störung (+13%) ermittelt In nahezu allen Fällen seien es junge Mädchen, die im Schnitt 15 Jahre alt sind.

Deutlich zugelegt insgesamt haben auch die Fress-Attacken im Erwachsenenalter. Hier werden knapp 50 % mehr Fälle registriert als noch vor sechs Jahren. Besonders deutlich wird dies in Rheinland-Pfalz, wo die Steigerung 82 % beträgt (2010:194, 2016: 354). Im Saarland sind es 59 % (2010: 39, 2016: 62), in Hessen sogar minus 25 % (2010: 113, 2016: 84).

Gut drei Viertel aller von Fress-Attacken Geplagten sind Frauen Anfang 40. Aber auch der krankhafte Verzicht auf Essen zeigt einen besorgniserregenden Anstieg: Insgesamt leiden 22 % mehr Versicherte unter Anorexie als 2010, besonders auffällig ist die Veränderung im Saarland (+ 50%) und in Hessen (+35%), während in Rheinland-Pfalz die Fallzahl konstant bleibt (481 Fälle in 2016).

Im Berufsfeld Ernährung qualifizieren
So alarmierend die Zahlen wirken, so verdeutlichen sie doch auch den Bedarf an qualifiziertem Personal, um bereits präventiv und aktiv Essstörungen entgegen wirken zu können. Wer sich für das Berufsfeld Ernährung interessiert und dort gerne (neben-)beruflich tätig werden möchte, kann dies beispielsweise mit der Ernährungstrainer-B-Lizenz tun. Teilnehmer erhalten fundiertes Basiswissen im Bereich Ernährung und beraten bzw. betreuen Kunden hin zu einer präventivorientierten und bedarfsgerechten Ernährung. Sie analysieren und optimieren das Ernährungsverhalten und somit auch den Gesundheitszustand.

Weitere Informationen:
Fachbereich Ernährung