COVID-19: Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll?

Schon seit einigen Jahren besteht der Trend, lieber ein Nahrungsergänzungsmittel zu viel, als zu wenig zu nehmen, um gewissen Krankheiten vorzubeugen oder auch den Krankheitsverlauf zu beeinflussen. Auch während der aktuellen Corona-Pandemie lässt dieser Trend nicht nach und viele Nahrungsergänzungsmittelhersteller sehen hier Potenzial. Doch haben Nahrungsergänzungsmittel einen präventiven Nutzen in Bezug auf COVID-19 oder führen diese sogar zu einem milderen Krankheitsverlauf?

 

Derzeit wird in zwei Humanstudien untersucht, ob eine Supplementierung von Niacin (Vitamin B3) einen schweren COVID-19-Verlauf verhindern kann. Eine der beiden Studien ist eine deutsche Interventionsstudie mit 1300 Probanden. Die zweite Studie aus Dänemark testet 100 ältere Personen ab 70 Jahren. Da noch keine der beiden Studien abgeschlossen ist, gibt es keine wissenschaftlichen Belege über einen Nutzen von Niacin bei einer COVID-19-Erkrankung (Hinneburg, 2020).

Zink wird schon seit längerer Zeit zur Stärkung des Immunsystems und somit zur Vorbeugung von Erkrankungen genutzt. Bisher wurde eine Studie veröffentlicht, welche die Wirkung von Zink bei der Behandlung von COVID-19 untersuchte. Durch die Ergebnisse dieser Studie ist anzunehmen, dass Zink den Krankheitsverlauf nicht verbessert (Kerschner, 2020).

Vitamin C wird ähnlich wie Zink zur Stärkung des Immunsystems verwendet und soll ebenfalls zur Vorbeugung von Erkrankungen helfen. Jedoch ist bis dato keine Evidenz für die Wirksamkeit für den Einsatz von Vitamin C bei COVID-19 bekannt. Ebenfalls gibt es keine Empfehlung des Robert Koch-Instituts zur Verwendung von Vitamin C zur Therapie von COVID-19 (Robert Koch-Institut [RKI], 2020).

Vitamin D erregt im Kontext der Nahrungsergänzungsmittel am meisten Aufmerksamkeit. Derzeit gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf bei Vitamin-D-Mangel. Zusätzlich bestehen Hinweise, dass die Intensivpflichtigkeit durch eine Vitamin-D-Substitution reduziert werden kann. Es ist aber noch kein kausaler Zusammenhang bewiesen, dass eine schwere COVID-19-Erkrankung zu einem Vitamin-D-Mangel führt (RKI, 2020).

Anzumerken ist, dass eine Ernährung, welche reich an Mikronährstoffen ist, unser Immunsystem zwar stärken kann und man sich somit in einer besseren Ausgangslage gegenüber dem Virus befindet. Trotzdem kann dadurch eine Corona-Infektion nicht verhindert werden.

 

Im Praxisworkshop „Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln“ erwerben die Teilnehmer die Kompetenzen, ein Beratungsgespräch mit einem Kunden auf der Trainingsfläche oder an der Theke im Fitnessstudio zu führen und entsprechende Empfehlungen für Nahrungsergänzungsmittel auszusprechen.

 

Literaturverzeichnis:

Hinneburg, I. (2020). Mit Vitamin B3 gegen Corona? | Medizin Transparent. Zugriff am 22.02.2021. Verfügbar unter http://www.medizin-transparent.at/corona-vitamin-b3/

Kerschner, B. (2020). Zink gegen Corona: kein Hinweis auf Wirksamkeit | Medizin Transparent. Zugriff am 22.02.2021. Verfügbar unter http://www.medizin-transparent.at/zink-corona/

Robert Koch-Institut. (2020). Medikamentöse Therapie bei COVID-19 mit Bewertung durch die Fachgruppe COVRIIN am Robert-Koch-Institut. https://doi.org/10.25646/7743.5